Dell Equallogic PS6010, erste Tests

Neue Spielzeuge zum Testen und forschen.

Aus einem Betriebsnachlass konnte in den letzten Tagen testweise 2 Dell Equallogic Chasis in Betrieb genommen werden:

  • Chassis vom Typ PS6010 bestückt mit 16x SAS 15k Platten mit je 600 GB und Dualcontroller 2x 10 Gbit Interfaces
  • Chassis vom Typ PS6000 bestückt mit 16x SAS 7.2k Platten mit je 1 TB und Dualcontroller mit 4x 1 Gbit Interfaces

In den ersten Versuchen wurde zuerst das PS6010 in Betrieb genommen. Angeschlossen ist das Chassis mit 1x 10 Gbit. Die Hosts sind mit 2x 1 Gbit erschlossen. Der ganze Verkehr läuft über einen separaten HP Procurve 6600-24G-4XG.

Storage

Die ESXi Hosts sind konfiguriert mit 2 Schnittstellen auf einem dvSwitch mit 2 vmKernel auf separaten Port Groups. Dies ist notwendig, damit später das Portbinding aktiviert werden kann auf diese zwei Ports. Auf das Equallogic wird via iSCSI Protokoll zugegriffen. Jumboframes sind auf dem Switch, dvSwitch, vmKernel aktiviert.

iSCSI wird via Software Adapter genutzt, der Storagepfad wird via Round Robin angesprochen. Standartmässig wird der Pfad mit Roundrobin alle 1000 IOPS gewechselt, dieser wurde auf 3 IOPS heruntergesetzt, um beide Links besser auszunutzen.

Als Gegentest dient das aktuelle Lenovo EMC NAS, dass via NFS und 2x 1 Gbit im LACP verbund angeschlossen ist und 2x 3 TB SATA Harddisk beinhaltet. NFS hat sich in früheren Tests bei diesem Storage als performanter und weniter Latenzen etabliert.

Als RAID ist auf dem EQL ein RAID 6 eingerichtet, auf dem PX300 ein RAID1.

Nach dem relativ schnell eingerichteten Aufbau wurde auf einer VM CrystalDiskMark ausgeführt. Nun der Bottleneck ist natürlich klar, die 2x 1 Gbit Erschliessung der Hosts gehört jetzt nicht wirklich zu dem, was man gerne hätte. Leider fehlt auf dem Switch ein paar SFP+ Interfaces, damit alle Server via 10 Gbit erschlossen werden. So besteht aber auch keine Gefahr, dass ein Host den Datenspeicher mit Daten überrennen kann. Die Lese und Schreibgeschwindigkeit lag hier bei 122 MB/s was absolut zum Link passt. 1000 Mbit/s durch 8 ergibt hier die 125 MB/s Maximum, wobei etwas an Flags und Prüfsummen verloren geht, damit ist 120 MB/s aboslut im Rahmen.

Interessant ist aber, wieviele IOPS getätigt werden können, was etwas über die reaktionsfreudigkeit des Datenspeichers preis gibt. Dafür nutze ich den auf Flings verfügbaren I/O Analyzer. Auch die VM ist schnell bereitgestellt, wird auf den entsprechenden Datenspeicher platziert und ein Testszenario zusammengestellt. In meinem Fall nutze ich die Vorlage MAX_IOPS über 120 Sekunden. Dieser Test wird auf beiden Datenspeichern durchgeführt und die Ergebnisse zeigen schon sehr schnell auf, worin sich die Datenspeicher unterscheiden:

  Host VM Name CMDS/s READS/s WRITES/s MBREADS/s MBWRITES/s LAT/rd (msec) LAT/wr (msec)
PX300 172.16.0.81 vmware-io-analyzer-1.6.2u1 16517.19 16462.15 55.04 8.05 0.21 1.77 5.96
PS6010 172.16.0.81 vmware-io-analyzer-1.6.2u1 36066.57 36038.63 27.94 18.58 0.11 0.77 7.13

Nun muss man natürlich aufpassen, dass man hier Äpfel mit Äpfel vergleicht. Es ist ein enormer Unterschied, ob ich Daten direkt auf eine Festplatte schreibe, oder via RAID6 eine doppelte Parität berechnet werden muss und die Daten auf 3 Disk geschrieben werden muss. Aber trotz des enormen Mehraufwands zum speichern der Daten ist das Equallogic doch einiges höher in den IOPS.

Darauf kann man bauen, wobei man aber auch beachten muss, das PX300 frisst aktuell um die 80 Watt, das Equallogic liegt schon bei 400 Watt mit seinen massiven Netzteilen. Es muss sicher noch ein Resume erstellt werden, ob die Performance im Verhältnis zum Stromverbrauch steht.

Eins vorweg kann man sicher auch schon sagen, das PX300 hat für die Grösse und den Preis eine hervorragende Leistung. Ist ein Spürchen schneller als ein QNAP TS-239 Pro II.

Die Tage gibt es noch ein paar tests, wie sich die verschiedenen RAIDs verhalten, wie sich dies auf den Speicherplatz auswirkt und wie die Performance sich verhält.

 

 


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