RaspberryPi - Erste Schritte

Nachgehend wird beschrieben, wie ein RaspberryPi vorbereitet, mit Raspbian Lite geladen und via SSH aus der Ferne darauf zugegrifen werden kann.

Vorbereitungen

Die Hardware

Um mit dem RaspberryPi arbeiten zu können, werden ein paar Sachen benötigt:

  • RaspberryPi
  • MicroSD Karte (mind. 4 Gb für Lite)
  • Tastatur
  • CardReader
  • Micro USB Kabel
  • Stromversorgung (Netzteil mit Micro USB oder Akkubank, notfalls reicht auch der USB Anschluss am PC)
  • HDMI Anschluss am Bildschirm inkl. Kabel
  • Netzwerkkabel, angeschlossen an Router mit aktiviertem DHCP
  • raspi-hardware

Die Software

Das Betriebssystem

In diesem Beispiel nutzen wir Raspbian Lite. Das Betriebssystem basiert auf der Linuxdistribution Debian und beinhaltet alle notwendigen Komponenten, damit das RaspberryPi in Betrieb genommen werden kann. Es können später auch andere Images für den RaspberryPi geladen werden, z.B. die grössere Raspbian Version inkl. GUI, Android, OSMC und noch vieles mehr.

  • 01-dl-raspbian

Der SD-Card-Writer

Damit wir das Betriebssystem bootfähig auf die MicroSD Karte schreiben könnne, gibt es für Windows die einfache Variante von etcher.io. Damit nicht ein weiteres Programm installiert werden muss, empfehle ich die Portable-Version, die im EXE daherkommt. Diese kann später einfach gelöscht werden ohne einen Deinstallationsassistenten starten zu müssen. Leider bietet der Anbieter noch keinen Link an mit der letzte Version.

  • 01-dl-etcher

SSH-Verbindungsclient

Putty ist wohl der bekannteste Client, wenn es darum geht, auf ein Linux-Betriebssystem zu verbinden.

  • 01-dl-putty

Vorbereiten der MicroSD Karte

Nachdem wir nun alle Softwareelemente beisammen haben, kann mit dem Beschreiben der MicroSD begonnen werden. Dafür wird die MicroSD in den CardReader eingelegt.

Anschliessend startet man das Programm "etcher.io" Der Aufbau der Software ist schlicht in einer Art Workflow gehalten. Zuerst wählt man das Image aus. Das Geniale an diesem Tool ist, man muss nicht vorgängig das Betriebssystem aus dem ZIP-Archiv auspacken, das erledigt "etcher.io" für einen.

Im zweiten Schritt wird die gewünschte Karte ausgewählt. Hier gilt es besonders Vorsichtig zu sein, nicht dass man eine Karte beschreibt, die man gar nicht beschreiben möchte. Es empfiehlt sich hier, wenn man unsicher ist, alle Medien zu entfernen, damit diese gar nicht mehr in der Auswahl erscheinen.

Anschliessend ein Knopfdruck auf Flash und schon beginnt "etcher.oi" mit seiner arbeit.Was macht "etcher.io" nun genau:

  • Er packt die ZIP-Datei aus
  • Löscht die Partitionstabelle von der MicroSD Karte
  • Schreibt die ISO-Datei auf die MicroSD Karte
  • Verifiziert, ob die geschriebenen Daten korrekt übertragen wurden
  • Wirft die MicroSD Karte aus

Das wars schon mit Vorbereiten der MicroSD Karte.

Das gleiche Verfahren kann übrigens auch auf die CF-Karten angewendet werden, wie sie z.B. bei den Produkten von www.pcengines.ch angeboten werden.

  • 01-etcher-image
  • 02-etcher-image
  • 03-etcher-device
  • 04-etcher-device-chose
  • 05-etcher-flash
  • 06-etcher-processing
  • 07-etcher-confirmation

Der erste Start

Nun wird die MicroSD Karte in den RaspberryPi eingelegt. Anschliessend verbindet man die Tastatur und das Netzwerk mit dem RaspberryPi. Ganz wichtig ist nun das Anschliessen des HDMI Kabels. Wir dies nicht angeschlossen, kann es passieren, dass das RaspberryPi nicht korrekt startet, weil die Bildausgabe nicht erkannt wird. Das kann soweit gehen, dass die MicroSD Karte neu beschrieben werden muss.

Der RaspberryPi wird zu guter letzt mit Strom versorgt, wobei direkt eine rote LED leuchtet und die grüne LED die Arbeit signalisiert.

Der erste Bildschirm, der einem entgegenspringt, ist die Anzeige, dass die MicroSD Karte "resized" wird, sprich Raspbian expandiert seine Partition so, dass die ganze Speicherkarte genutzt wird. Anschliessend startet der RaspberryPi erneut und kommt dann beim Loginprompt zum stehen.

Hier ist die Grundinstallation von Raspbian Lite eigentlich schon fertig für den RaspberryPi.

Die Standartlogindaten sind auf jedem Raspbian gleich und lauten wie folgt:

Login: pi
Password: raspberry

Wer nicht gerade ein Englisches Tastaturlayout hat, der muss bei der Eingabe des Passwords aufpassen. Y und Z sind vertauscht.

  • 01-raspi-insert-micro
  • 02-raspi-connected
  • 03-console-loginprompt
  • 04-console-loggedin

Password ändern

Wie vorhin bereits erwähnt, ist auf allen Raspbian das genau gleiche Passwort hinterlegt. Mit ein paar wenigen Befehlen ist dies aber auch schon geändert.

  • sudo raspi-config "Enter"
  • Menüpunkt "1 Change User Password" auswählen und mit "Enter" bestätigen
  • Der Dialog weist darauf hin, dass man nun nach einem neuen Passwort gefragt wird und kann mit "Enter" bestätigt werden
  • Neues Passwort eingeben und mit "Enter" bestätigen
  • Neues Passwort bestätigen und mit "Enter" bestätigen

Das wars.

Wer sich Tipparbeit ersparen möchte, kann die ersten paar Buchstaben des Befehls schreiben und anschliessend mit Tabulator ergänzen.

Die allgemeine Konfiguration von Raspbian kann man mit folgendem Befehl aufrufen: sudo raspi-config

  • 01-raspi-config
  • 02-change_passwd
  • 03-change_passwd

Remoteverbindung via SSH

Das nächste Ziel ist, dass der RaspberryPi in der nähe von einer Steckdose am Netzwerk hängen kann und man bequem vom Sofa aus mit dem Laptop damit arbeiten kann.

Dazu unternimmt man folgende Schritte:

  • sudo raspi-config "Enter"
  • Menüpunkt "5 Interfacing" "Enter"
  • Menüpunkt P2 SSH "Enter"
  • YES und mit "Enter" bestätigen
  • <FINISH> und mit "Enter" bestätigen

Nun müssen wir die aktuelle IP-Adresse des RaspberryPi herausfinden. Entweder man schaut diese auf dem DHCP-Server nach, oder man holt sich das ganz einfach aus der Konsole:

hostname -I

Achtung, der Parameter ist ein grosses (i). Eine weitere Variante ist folgende, aber auch entsprechend umfangreicher in der Antwort.

ip addr show

 Damit haben wir nun alle Daten zusammen, die wir für den Fernzugriff benötigen. Anschliessend startet man auf dem PC oder Notebook das Programm Putty.

  • Host Name (or IP address), hier wird die vorhin ausgelesene IP-Adresse eingetragen
  • Port 22 ist der Standart-SSH-Port und kann so bleiben
  • Connection type SSH
  • Open

Es wird nun eine Verbindung zum Raspbian aufgebaut. Bei der ersten Verbindung findet der Schlüsselaustausch statt. Der Dialog kann mit "Ja" bestätigt werden.

Nun findet man sich auf der Konsole wieder, mit dem altbekannten Loginprompt.

  • 01-5-interfacing-options
  • 02-p2-ssh
  • 03-p2-ssh-enable
  • 04 p2-ssh-enable-yes
  • 06-putty
  • 07-putty-key

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